Brüssel Teil 1

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In Brüssel fahren sie wie die Wilden. Das erinnert an die 80 er Jahre in Südfrankreich. Wenn man also nach achtstündiger, von Staus mal abgesehen, ereignisloser Fahrt in Brüssel ankommt, braucht man noch mal gute Nerven  um das Auto sicher zum Hotel zu bringen und in viel befahrener Straße zu parken. 

Nach dergleichen Stress bedarf es eines adäquaten Ausgleiches. Also war unser erstes Ziel in Brüssel das Cafe Mort Subite. Im Jugendstil Bierpalast kommt man sofort zur Ruhe. Wir bestellten Sandwich und Salat, Faro und Hopus. Faro für mich, Hopus für meine Frau. Nach einem Schluck Faro (oben links) war ich dann angekommen in Brüssel. Malzig süß im Antrunk und erfrischend sauer im Abgang, wunderbar.

 

Durch den alten Botanischen Garten ging es am nächsten Tag zu Metro und Straßenbahn. Nach ein paar mal Umsteigen, ohne meine Frau wäre ich da heute noch unten, erreichten wir doch noch die Brasserie de la Senne. 

 

 

 

An der richtigen Adresse findet man erst mal nichts, dann eine Gewerbetafel auf der die Brauerei mit aufgeführt ist. Also geht man in den Hof und etwas weiter hinten ist dann der Eingang.

Dass man die Brauerei gefunden hat, bemerkt man erst, wenn man davor steht.

 

 

 

Innen findet man dann einen gemütlichen Verkostungsraum. Da gab es ausnahmsweise schon zur Mittagszeit ein frisch gezapftes Zinne Bier. fruchtig, bitter, trüb, goldgelb, beständiger Schaum, sehr gut!  5,6 % Alk. Vol. Ein tadelloses Pale Ale ohne belgische Hefearomen. Das Saison (etwas scrollen, bis zum `t Brugse Beertje ) hatten sie nicht vor Ort.

 

 

 

 

 

Blick in die Brauerei.

 

 

Beim Bezahlen habe ich noch zwei 0,75er Flaschen Bruxellensis Reserva mitgenommen und dann durch die halbe Stadt geschleppt. Das ist ein Pale Ale, das ein halbes Jahr mit Brettanomyces in Holzfässer kommt. Klingt erst mal gut, hat es aber in sich. Von allem zu viel, zuviel Brett, zuviel Hopfen und zuviel Eichenaroma. Die zweite Flasche lasse ich mal reifen. Die Hopfenbittere sollte  ja zurückgehen, das Brett wohl eher nicht.

Wir haben dann noch ganz in der Nähe Mittag gegessen, in einem Restaurant in dem nur Einheimische waren. Da haben sie uns eine geviertelte Zitrone ins Hoegarden gegeben. Hat nicht mal schlecht geschmeckt, aber wie das aussieht. 

Nach dem Mittagsschläfchen im Hotel war dann Stadtbummel angesagt, sich treiben lassen und dann irgendwo einkehren. Hier gab es Westvleteren Biere zum Spottpreis, das 12er für 18 Euro, also die Flasche, nicht der Kasten. 

 

 

Dann standen wir irgendwann vor diesem unscheinbaren Laden.

The Sister.

Die haben eine gewisse Auswahl an Bio Bieren. Da habe ich dann meine erste „Grisette“ getrunken. Das ist ein alter belgischer Bierstil, sehr nahe verwandt mit Saison. Geschmacklich ist das  irgendwo zwischen Wit und Saison angesiedelt:

St. Feuillien Grisette, hell wie ein Wit, etwas trüb, feiner Schaum. Schlanker Antrunk, elegante Fruchtigkeit, trocken, säuerlicher Abgang, sehr erfrischend. Nase: Saisonhefe, Zitrone, Orange. Hervorragend. Der aufmerksame Ober hat uns dann noch was von einer Goldmedallie in 2016 erzählt.

Noch ein Fläschchen für daheim.

In der Wirtschaft kann man es trotz Bio gut aushalten. Das Essen hat auch sehr einladend ausgesehen.

 

 

Nach ein wenig herum flanieren war dann das BRUSSELS BEER PROJEKT auf dem Plan. Auch hier erkennt man die Lokalität erst wenn man davorsteht und innen ist es größer als man denkt.

 

 

Flaschbierverkauf, Thresen, Wirtschaft, Brauerei, alles in einer Lokalität. Musik im Hintergrund, bestes Bier, kleine Brotzeiten. Hier hat es uns so richtig gut gefallen.  Links das Milkshake Kiwi, Kettlesour, 4,6 % Alk.Vol.: Kiwi ist deutlich in der Nase, trüb wie eine Berliner Weiße, Sehr hell, grünlich, trocken fruchtiger Antrunk, säuerlicher Abgang. Schaum verzieht sich ganz. Perfektes Sommerbier. Rechts ein kräftiges Grisette: goldgelb, feiner Schaum, trocken, Saisonhefe in der Nase, sehr hopfiger Abgang. Gut für Hopheads. 

 

Die Brauerei

The Sister und das BRUSSELS BEER PROJEKT kann man gemütlich zu Fuß erreichen. Am späten Nachmittag wird letzteres aber ziemlich voll.  Im zweiten Teil geht es dann demnächst hier weiter, mit Eindrücken vom BXL Beerfest 2018.

 

Hier geht es zu Teil 2

Nürnberg, September 2018.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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