Tucher Altes Sudhaus

Veröffentlicht von

Am 3. Mai 2018 hatte ich die Ehre, die erste Führung durch das neue, „alte Sudhaus“ der Tucherbrauerei am Schillerplatz in Nürnberg mitzumachen.

Die Führungen werden von Helmut Ell durchgeführt und kosten 9,-€. Dafür bekommt man dann am Ende auch das neue Rotbier und Brezen.

Helmut Ell erzählt aus seinem enormen Wissensschatz. Man erhält Einblick in die Bier- und Brauereigeschichte Nürnbergs.

Ein Beispiel: Woher kommt der Name Siechenbier? Genau das ist nicht irgendein Bier das krank macht, sondern nach Fritz Siechen benannt, einem erfolgreichen Wirt in Berlin, der das nach ihm benannte Exportbier in den 80 er Jahren des 19. Jahrhunderts in großen Mengen verkauft hat. Die Führung enthält viele solcher Anekdoten und ist äußerst unterhaltsam, wenn man denn an Geschichte interessiert ist.

 

Man braut im alten Sudhaus Nürnberger Rotbier in zwei Varianten, einmal mit 18% Stammwürze und 8% Alk. Vol. und einmal eine normale Variante mit um die 5 % Alk.Vol. Nach einer etwa Achtwöchigen Lagerung des Starkbieres wird dann das Bier verschnitten.

 

Da sich die Brauerei in einem Wohngebiet befindet dürfen nur drei Veranstaltungen im Jahr durchgeführt werden und es wird keinen Biergarten vor der Brauerei geben. Es gibt aber eine Zusammenarbeit mit der genau gegenüber gelegenen Schillerklause, wo man das Rotbier frisch aus kleinen 5 Literfässern zapft.

Man setzt auf offene Vergärung. Hier kann man vom Sudhaus aus direkt in einen der Gärtanks schauen, die sich im Keller befinden.

 

 

Im Keller lagert das Starkbier in zweihundert Liter Fässern. Da möchte ich mal davon probieren. Die Fässer sind nicht gepicht. Das Bier soll sehr komplex schmecken.

 

 

 

 

Das fertige Bier hat 5,5 % Alk.Vol. Wir konnten es frisch vom Fass probieren. Rötlich braun, Bombenschaum, in der Nase ein Hauch von Melanoidin Malz und Vanille,  schön malzig, geschmeidig, mit moderater Karbonisierung trinkt man das nahezu ohne Widerstand, oder mit anderen Worten: es left.

 

 

 

Gut gelaunt beim Zwickeln, links Rudi der Braumeister, rechts Helmut Ell.

Es freut mich sehr jetzt eine Brauerei praktisch vor der Haustüre zu haben. Jahrelang bin ich um das Sudhaus herumgeschlichen und habe immer mal wieder geschaut, was sich da so tut.

Das Werk ist wohl geraten und ich hoffe auf viele gute Biere. Ich meine ja von sowas wie einer Neuauflage des kalt gestopften Nürnberger Pilseners gehört zu haben.

Gott gebe Glück und Segen drein!

 

Nürnberg, im Mai 2018

 

4 Kommentare

  1. Ein schöner Artikel, der neugierig macht.
    Mein Großonkel war Braumeister bei der Brauhaus Nürnberg (später Tucher). Eine Führung würde mich auch interessieren.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.