Doppelbock Bierprobe im alten Sudhaus

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Morgens um 10 Uhr im alten Sudhaus der Tucher. Eine Gruppe von chilenischen Braumeistern wurde erwartet. Noch bevor die Herrschaften eintrafen gab es eine exclusive Probe des neuen Lager Hell. Exclusiv war das, weil man halt auch nicht jeden Tag die Ehre hat, mit den zwei Biersommeliers, Helmut Ell und Markus Raupach, dergleichen als einer der ersten zu probieren.

Im Antrunk schmeckt es wie ein normales Helles, aber im Abgang taucht  so eine gewisse Raffinesse auf. Wenn man dann noch erfährt, dass es mit 10% Fassdoppelbock verschnitten wird, meint man es auch heraus zu schmecken.

 

Offene untergärige Gärung. Das gibt es so kaum noch in kommerziellen Brauereien. Es soll ja Brauereien geben, in denen die Lehrlinge noch nie eine offene Gärung  zu Gesicht bekamen.

Hier sieht man schön die braunen Hopfenharze und am Rand die Brandhefe. Noch ein paar Tage, dann geht das Jungbier in die großen Tanks zur  Nachgärung und Reifung.

 

 

 

Dann sollte das 20 Liter Fass Rotbier angezapft werden. Im alten Sudhaus wird üblicher Weise von den Gästen angezapft, das bringt Spannung in die Sache. Wer machts ? Wer traut sich? Ein chilenischer Braumeister meldete sich sogleich und er machte seine Sache gut, mit drei Schlägen!

 

 

 

 

Rotbier und Brezen zum Frühschoppen (Die Brezen haben Malz statt Salz drauf). Das Bier schmeckte noch besser, als es aussah. So ließ es sich aushalten.  Sanft karbonisiert hat es so gut wie keinen Widerstand und ist somit recht gefährlich.

 

 

 

 

Dann kam die Doppelbock Probe.

Der Weindieb lag bereit. Hier wurde er  freilich zum „Bierheber“.

 

 

 

 

Voller Einsatz um an das wertvolle Gebräu ranzukommen. Da musste etliche Male eingetaucht und gezogen werden um für 17 Leute Proben herauszubekommen.

 

 

 

 

Bernsteinfarben, Ich hatte mir den Bock etwas dunkler vorgestellt, kein Schaum, klar, keine Kohlensäure. Etwas Sauerstoffeintrag ist gewollt und so hat man auch als erstes Sherry Aromen in der Nase. Wir konnten zwei Versionen testen, einen Monat und zwei Monate im Fass.

Die einmonatige Probe unterscheidet sich dann auch von der zweimonatigen durch einen Hauch mehr Körper und Süße und ist insgesamt etwas „wilder“. Man schmeckt etwas Vanille- und Eiche Aromen und im Abgang eine komplexe Bitterkeit, die vermutlich nicht nur vom Hopfen kommt. Da sind wohl etwas Tannine unterwegs, die jüngere Version ist etwas adstringierend. Insgesamt ist das großes Kino!

 

 

Auf der VIP Couch.

 

 

 

 

 

 

…und immer voll im Einsatz, wenn es um gutes Bier geht…

Schön wars wieder, im alten Sudhaus und ich freue mich schon auf unseren Stammtisch.

 

Tucher Altes Sudhaus, Am alten Sudhaus 4, 90409

 

 

Nürnberg, im Oktober 2018

 

 

 

 

 

 

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